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Mein Weg zur Aquaristik
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| Der Beginn meiner Aquarianer-Karriere liegt schon etwas weiter zurück. Um diesen anschaulich darzustellen, zeige ich Ihnen hier einen Text, den ich 1996 in der Festschrift unseres Aquarienvereins "100 Jahre Aquaristik in Magdeburg" veröffentlicht habe. | |||||||||||
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"Wenn ich heute auf die ersten 30 Jahre meines Lebens zurückblicke, dann glaube ich, dass die bunten Zierfische im Aquarium wohl die ersten Tiere waren, die ich kennen gelernt habe. Bereits zum Zeitpunkt meiner ersten bewussten Erinnerungen zierte ein rotes Stahlrahmenaquarium, es war wohl ein 60-cm-Becken, das Wohnzimmer meiner Eltern. Dieses wurde abgelöst von einem cremefarbenen 80er Stahlrahmenbecken. Ich sehe noch deutlich Platies, Guppies, Neonsalmler und Makropoden, und ich glaube, auch an Skalare kann ich mich erinnern. Es war das Aquarium meines Vaters, der zu diesem Zeitpunkt schon auf über 20 Jahre währende Aquarianergeschichte zurück blicken konnte. Meine Lieblingsfische, wie wohl der aller Kinder, waren die unter der Lumoflor-Leuchtstoffröhre herrlich anzusehenden Neonsalmler. Eines Tages erwachte in mir ein Wunsch: „Papa, ich möchte in meinem Zimmer auch ein Aquarium haben!“ Wo das 50er Rahmenbecken herkam, weiß ich nicht mehr, aber es war da. Opa hatte bald einen Schrank mit Regal gebaut, in dem das Becken stehen konnte und mein großer Wunsch wurde Wirklichkeit. Als Bewohner wurden Zwergkärpflinge, Heterandria formosa, ausgesucht. Warum es keine Neons waren, kann ich nicht mehr sagen. Wie das aber bei Kindern nun mal so ist, wechseln die Interessen häufiger. Außerdem fingen die Becken an Ärger zu machen, denn der Kitt wurde undicht und der Rost des Rahmens hatte negative Folgen auf das Wasser. Mutter hatte im Übrigen auch die ständige „Plämperei“ satt, und so verschwanden die Aquarien aus meinem Leben. Ganz tief drin in meiner Seele schlummerte aber die Liebe zu den bunten Fischchen über mehrere Jahre hinweg, bis zu dem entscheidenden Tag irgendwann im Jahr 1978. Ich war bei einem Schulfreund mit auf „die Bude“ gegangen, und dort stand doch tatsächlich ein 50-cm-Aquarium, fein säuberlich mit Silikonkautschuk geklebt; kein rostiger Rahmen, keine blätternde Farbe. Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, bis in mir der nicht mehr zu bändigende Wunsch entstand, auch wieder Fische zu pflegen. Und da stand ja immer noch der Schrank in meinem Zimmer, selbst die Neonröhre war noch drin, allerdings beleuchtete sie seit ein paar Jahren Bücher. Irgendwo im Schrank mussten noch Heizung, Kontaktthermometer und Schaltrelais liegen. Auch Pumpe und Fangnetz, Schlauch, Steinholz und alles was man so für ein Aquarium braucht, waren noch da. Das Einzige, was noch fehlte, war das passende Aquarium und ein Vater, der „Ja“ sagte. Das stellte sich allerdings als gar nicht so schwierig heraus. Schwieriger war da schon Mutter, aber mit Papas Hilfe war auch das bald erledigt. Allerdings bekam ich von meinem Vater gleich einige Warnungen mit auf den Weg: „Wehe, wenn ich das Aquarium einmal ungepflegt vorfinde ... !“ Als Ratschlag gab er mir mit auf den Weg, dass ich, bevor ich etwas beginne, immer erst darüber lesen sollte. Diese Gewohnheit habe ich mir bis heute bewahrt. Literatur gab es kaum zu kaufen, aber die Bibliothek habe ich dann im Laufe der Jahre regelrecht geplündert. Der 6. November 1978 war dann der große Tag ich bekam mein erstes wirklich eigenes Aquarium geklebt mit den Außenmaßen 50 x 25 x 30 cm. Gekauft wurde es im damaligen größten Magdeburger Zoo-Geschäft, dem „Terra et Aqua“. Zehn Tage später folgte dann das zweite große Ereignis ich fuhr mit Papa los um Fische zu kaufen. Mein junges Aquarianerherz sehnte sich nach interessanten Fischen, und Vaters Tipp waren daraufhin die Zwergbuntbarsche. Nach langem Hin und Her war die Entscheidung gefallen es sollten Glänzende Zwergbuntbarsche Nannacara anomala sein. Nun ergab sich aber ein Problem diese Fische gehörten nicht zu den Massenfischen und waren nur sehr schwer zu bekommen. Bei ZOO-Händler Thiele am Hasselbachplatz hatten wir dann endlich Glück, dort saßen noch 2 Tiere einsam in einem Verkaufsbecken. „Das ist ein Pärchen, da gibt es keinen Zweifel.“ waren dann Herrn Thieles Worte, und ich war glücklich. Ich brauchte nur ein paar Tage um zu erkennen, dass es zwei Weibchen waren. Nun ging die Rennerei wieder los, denn ich wollte ja auch Männchen. Einige zeit später habe ich dann auch die bekommen. Als dann der erste Laich da war, musste ein 8-Liter-Vollglasbecken herhalten, um die Jungen aufzuziehen. Ich würde heute keinem Fisch mehr solche Zustände zumuten, aber es gelang mir damals, die Barsche 3 Generationen lang zu halten. Was habe ich damals nicht alles auf mich genommen, um mein Hobby so richtig zu betreiben. Schlaflose Nächte vor dem „Zuchtbecken“, brummende Mebranpumpen gleich hinter meinem Bett etc. Im Laufe der Jahre sind nun die Becken etwas größer und auch etwas mehr geworden und auch verschiedene Fische haben bei mir ihr Leben verbracht, aber meine Liebe zu meinen ersten Buntbarschen, dem herrlichen blauen Nannacara-Männchen und dem kleinen schwarzen Teufel, dem Weibchen, habe ich mir bis zum heutigen Tag bewahrt. Zwar schwimmen keine mehr in meinen Becken, aber bei meinem Vater, bei dem auch heute noch immer mein erstes 50er Becken mit Opas Schrank drumrum steht. sind heute wieder die „Glänzenden“ zu Hause. Jedesmal wenn ich beim Vater bin, eigentlich fast jeden Tag, wecken die kleinen Barsche in mir die Erinnerungen an meine ersten Schritte als Aquarianer und ich hoffe, dass ich mir eines Tages meinen Traum von einem 2-Meter-Diskusaquarium erfüllen kann." |
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| Henry 1981 vor seinen beiden Aquarien. Links das 50er Becken in Opas Schrank. | |||||||||||
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Meine Aquarien in unserer ersten unsanierten Altbauwohnung etwa 1994
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Zwei meiner Aquarien in unserer zweiten, nun sanierten Altbauwohnung 1997 in Saschas Kinderzimmer
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| Meistens kommen die Dinge ja doch ein wenig anders, und so habe ich mich einige Zeit nach Verfassen des obigen Textes etwas umorientiert und mich der Zucht der Malawi-Cichliden verschrieben. Das 2-Meter-Aquarium steht zwar heute in unserem Wohnzimmer, allerdings nicht mit Diskus-Buntbarschen besetzt, sondern mit Malawi-Cichliden. Das 50er Becken steht nun auch wieder bei mir, und zwar als Aufzuchtbecken in unserem Zuchtkeller. Nur Opas Schrank hat die letzten Jahre nicht überlebt und ist im Sperrmüll gelandet. Das 70er Becken, rechts auf dem Foto, steht allerdings mitsamt dem auf dem Bild zu sehenden Schrank ebenfalls im Zuchtkeller. | |||||||||||
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