Das "perfekte" Futter

Für die Fotos bedanken wir uns bei Christian Westhäuser (www.tuempeln.de)
und beim Aquarienverein "Roßmäßler-Vivarium Halle" (www.aquarienverein-rossmaessler-halle.de).

Nun erwarten Sie bestimmt eine Antwort auf die von Ihnen schon lange innerlich gestellte Frage, was denn nun das perfekte Futter für Ihre Aquarientiere ist. Aber das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Könnte ich dies, dann müsste ich Hellseher sein und würde dann bestimmt nicht hier sitzen. Außerdem habe ich das Wörtchen „perfekt“ absichtlich in Anführungszeichen gesetzt; Sie dürften ahnen, warum, wenn Sie unsere Internetseite bereits kennen. Aber eins kann ich, wie ich es ja häufiger tue: ich kann Ihren Blick schärfen und Ihnen Gedankenanregungen geben, um sich diese Frage selbst beantworten zu können.

Werfen wir doch einmal einen Blick in ein beliebiges Zoogeschäft und beobachten Lieschen Müller beim Kauf ihres neuen Aquariums. Ich bin übrigens immer wieder versucht, statt des Worts „Aquarium“ das Wort „Becken“ zu benutzen. Es soll aber schon Zoohändler gegeben haben, die nur knapp einer Ohrfeige ausweichen konnten, als sie die Kundin nach deren „Beckengröße“ fragten. Aber Spaß beiseite, schließlich ist die Aquaristik ein toternstes Thema. Das meint man zumindest, wenn man so manche Beiträge in Foren liest. Aber ich will nicht abschweifen, bevor ich richtig angefangen habe, doch wie der geneigte Leser mitbekommen haben dürfte, ist die Foren-Aquaristik eins meiner Lieblingsthemen und ich werde auch künftig in der einen oder anderen Veröffentlichung (so der Verlags-Gott will) auf dieses Thema zurück kommen.

Aber gut jetzt und zurück zu Lieschen Müller.

Also Lieschen will sich ein neues Becken – äh – Aquarium kaufen und wird vom geneigten Angestellten des Zoofachhandels in dieser Beziehung vorzüglich beraten, zumindest wenn sie lange genug nach einem vorzüglichen Geschäft gesucht hat. In manchen Läden ist aber leider nur der Gewinn nach der Beratung vorzüglich. Also hat nun Lieschen ihr neues Aquarium im Wagen, das man in der heutigen Sprache auch „Komplett-Set“ nennt oder es wurde speziell aus einzelnen Komponenten namhafter Hersteller zusammen gestellt, und begibt sich zur Kasse, um ihr Einkommen des letzten Monats direkt an den Zooladen zu überweisen, denn bei der Realisierung eines solchen Vorhabens kann sich die Endsumme auf dem Kassenbon schnell mal in den vierstelligen Bereich begeben. Dass man eine effektive Filterung eines 100-Liter-Beckens auch für ca. 20,00 € bekommen kann, lasse ich mal dahin gestellt. Vielleicht schreibe ich dazu irgendwann auch mal ein paar Zeilen.

So, also hat nun Lieschen einen recht großen „Schein“ über den Kassentresen geschoben, in der Hoffnung, alles Gute für ihre künftigen Fische oder Krebse getan zu haben.

Aber hat sie das wirklich?

Stellen wir doch mal die Frage, was ein Aquarientier so in der Regel benötigt.

Einen angemessenen Lebensraum – den hat sie ja grad für eine herzanfallauslösende Summe erworben.

Dann noch stets geeignetes, frisches, unbelastetes und keimarmes Wasser. Kein Problem, das kommt aus der Leitung – mal oberflächlich betrachtet.

Und, was fehlt noch? Richtig, das Futter.

Auch kein Problem, denn das gibt’s ja schließlich in jedem Discounter zum Spottpreis in der Liter-Dose. Es steht „Alleinfutter“ drauf und ohnehin reicht der Kontostand sowieso nicht mehr für teueres Futter. Warum auch?

Machen wir mal einen kleinen Schwenk innerhalb der Heimtierbranche zu einem anderen Bereich.

Bei den Hundehaltern, wohl bemerkt bei den verantwortungsbewussten, setzt sich seit einiger zeit immer mehr ein als sehr positiv zu bewertender Trend durch – das Barfen.

BARF ist eine Abkürzung, die eigentlich aus dem Englischen stammt, für die aber schnell auch eine deutsche Entsprechung gefunden war. Somit übersetzen wir BARF nun mit Biologisch Artgerechter RohFütterung.

Kurz gesagt heißt dies, dass man in der Hundehaltung immer mehr zurück geht zur ursprünglichen Ernährung des Wolfs, nämlich zur Fütterung mit rohem Fleisch und in kleinen Mengen rohem Obst und Gemüse, anstelle von industriell gefertigtem Fertigfutter aus der Tüte. Die Gegenströmungen sind zwar hartnäckig und es werden immer haarsträubendere Argumente gegen das Barfen ins Feld geführt, aber letztendlich wird auch hier die Vernunft siegen, wie sie auch immer mehr bei der menschlichen Ernährung siegt. Oder essen Sie jeden Tag Tütensuppe? Ich nicht, im Gegenteil. Habe ich früher als Student gern mal ein Tütchen aufgemacht, bevorzuge ich doch heute auch eher die Tomate oder die Zucchini aus dem eigenen Garten, weil nicht nur der Geschmack im Vergleich zum Supermarktgemüse erheblich besser ist. Und unterhält man sich mit Hundehaltern, die sich den Übergang zum Barfen getraut und vollzogen haben, so staunt man über deren Berichte von förmlich auflebenden Hunden, von erheblich verbesserten Nachzuchten und von geringeren Tierarztkosten.

Und wie ist es nun bei den Aquarientieren?

Es ist wirklich verdammt bequem, beim wöchentlichen Lebensmitteleinkauf gleich mal eine Liter-Dose Trockenfutter mitzunehmen, und von der Zeitersparnis beim Füttern will ich erst gar nicht reden. Und wenn dann mal wegen der Mangelernährung ein Fisch stirbt, ja mein Gott, dann kauft man eben einen neuen, ist ja nicht so teuer wie ein Rassehund – leider!

Ich will nicht in Abrede stellen, dass auch bei den Trockenfuttern der Aquaristikindustrie einige Futter dabei sind, die wirklich von hoher Qualität sind, aber für 6,50 € pro Liter-Büchse bekommt man auch die nicht. Und was alles drin ist im Futter, erfährt man nicht. Nun werden Sie sagen, es stünden ja überall Inhaltsangaben drauf. Ja richtig, aber könne Sie damit etwas anfangen? Ich nicht.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und mit Hilfe einer Lupe die Inhaltsangaben eines „Alleinfutters“ abgeschrieben und ich habe dafür eine Büchse eines Futters genommen, das ich selbst favorisiere und benutze, also kein 6,50-Euro-Futter aus dem Discounter. Schauen sie mal:

-        Fisch- und Fischnebenerzeugnisse

-        Getreide

-        Eier und Eiererzeugnisse

-        Pflanzliche Eiweißextrakte

-        Weich- und Krebstiere

-        Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse

-        Hefen

-        pflanzliche Nebenerzeugnisse

-        Algen

-        Öle und Fette

-        Mineralstoffe

-        Vitamine (werden einzeln aufgezählt)

-        L-Carnithin

-        Beta-Carotin gefärbt mit Astaxanthin

-        Lecithin

-        Gefärbt mit EG Zusatzstoffen

Alles klar? Mir nicht. Im Gegenteil frage ich mich, woher ein Fisch in der Natur eine der genannten Stoffe bekommt. Und seit wann wächst Getreide auf dem Grund von Süßgewässern? Denken Sie mal drüber nach!

Was hat das aber nun alles für einen Zusammenhang zum Barfen?

In der Aquaristik ist Barfen eigentlich gar nichts Neues (in der Hundehaltung auch nicht), sondern unsere aquaristischen Vorväter zur Zeit des guten alten Emil A. Roßmäßler und sogar noch mein Vater waren aquaristische Barfer. Wieso eigentlich, werden Sie fragen. Na ganz einfach, weil es damals nichts anderes gab.

Um in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und natürlich auch noch früher seine Aquarientiere überhaupt ernähren zu können, musste man täglich, oder wenn man die Möglichkeit der Vorratshaltung hatte, zweimal die Woche zum nahen Tümpel fahren und Futter fangen. Jeder Aquarianer wusste genau, was Wasserflöhe, Mückenlarven, Cyclops, Schlammröhrenwürmer (Tubifex) etc. sind. Und jeder wusste, wann, wo und wie man an diese Futtertiere heran kommen konnte. Und die Fische haben es ihnen gedankt, mit ausgesprochen guter Gesundheit trotz vergleichsweise ungünstigerer Haltungsbedingungen. Und der Tierfreund hatte auch weniger Probleme mit dem Rücken, dem Schnupfen oder der Allergie, war er doch oft an der frischen Luft und in der Natur und hat sich bewegt, anstatt vom Fernsehsessel aus zu rufen: „Helga, streu doch mal schnell eine Prise ‚Colorful-Vitalising-Flakes’ ins Becken“. Im günstigsten Fall übernimmt selbst das noch der Futterautomat. Schade nur, dass es für den keine Fernbedienung gibt, aber auch das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Auf den folgenden Fotos können wir Ihnen Dank der mühevollen Arbeit der Freude des Hallenser Aquarienvereins "Rößmäßler-Vivarium" zeigen, wie vor ca. 80 bis 100 Jahren Aquarienfreunde auf Tüpeltour gegangen sind:

Tümpeltour Tümpeltour
Tümpeltour Tümpeltour
Tümpeltour Tümpeltour
Tümpeltour Tümpeltour

Neben Tümpelfutter stand und steht dem dem aquaristischen Barfer auch noch eine ganze Palette so genanntes „Wiesenplankton“ zur Verfügung, kleine Fluginsekten, die von den Fischen in der Natur  von der Wasseroberfläche weg geschnappt werden.

Eine ausgezeichnete Anleitung zum Thema „Tümpeln“ und „Lebensfutter“ finden Sie unter www.tuempeln.de.

Tümpelfutter
Verschiedene Futtertiere aus dem Tümpel.
Schwarze Mückenlarven
Schwarze Mückenlarven
Weiße Mückenlarven und Wasserflöhe
Weiße Mückenlarven und Wasserflöhe.


Nun gebe ich ja ehrlich zu, dass es heutzutage nicht ganz so einfach wie vor 100 Jahren ist, an lebendes Futter heran zu kommen. Gerade derjenige, der in der Großstadt lebt, hat nicht grad einen Tümpel um die Ecke. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, so z. B. die Wasserflohzucht um nicht mit Fischen besetzten Gartenteich oder in einem Maurerkübel, die sommerlichen schwarzen Mückenlarven in der Regentonne oder auch die Zucht von Essigälchen, Microwürmchen oder Enchyträen im Keller. Erwähnen möchte ich auch noch die Erbrütung von Artemia-Nauplien, deren Eier es in jedem guten Zoohandel gibt. Informationen und Anleitungen hierzu finden Sie im weltweiten Internet mit Sicherheit.

Aber auch wenn man kein Stadtmensch ist und sich auch nicht scheut, einige Kilometer zum nächsten Tümpel zu fahren, kann man auf Probleme stoßen.

Hier im Osten Deutschlands war es bis vor der „Wende“ eigentlich kaum ein Problem, an lebende Futtertiere heran zu kommen, fand man doch überall Teiche mit Futter im Überfluss, zumindest hatte jeder Zoohändler frisch gefangene Wasserflöhe oder Cyclops im Angebot. Heute ist das nicht mehr ganz so. Findet man nach langem Suchen einen Tümpel, kann man plötzlich vor einem Zaun stehen, mit einem Schild dran „Privatgrundstück“. Oder man erfreut sich an einem anderen Schild mit der Aufschrift „Angelgewässer des Vereins Schnelle Rute – Futterentnahme verboten“.

Noch skurriler wird es, wenn so genannte Tierschützer ihre Hände im Spiel hatten. Nicht das ich etwas gegen Naturschutz hätte, aber bitte richtig und mit Verstand! Leider treibt dieser aber wie so vieles Andere auch sehr merkwürdige Blüten. So war schon vielfach zu lesen, Aquarianer würden aus natürlichen Gewässern massenweise Wildtiere und – pflanzen entnehmen und somit das Biotop zerstören. Interessant! Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass man die Tiere unserer Gewässer kaum im Aquarium halten kann (Stichwort: Kühlung im Sommer) und dass auch unsere heimischen Pflanzen aufgrund ihrer Temperatur- und Lichtansprüche nur kurz im Warmwasseraquarium überleben würden? Jedem halbwegs vernünftigen Aquarianer ist das bewusst, aber in den Augen einiger „Naturschützer“ scheinen alle Glaskastenbesitzer einen IQ zu haben, der dem eines Schlipsknotens gleicht. Mehr als ein paar Wasserflöhe oder Mückenlaven will hier niemand fangen, aber irgendwie macht es Spaß und bringt viel publicity, mal eben mehrere Millionen Aquarianer in Misskredit zu bringen. Und um dem Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen, werden natürliche Gewässer per Gesetz zum „Biotop“ erklärt, was so viel bedeutet, dass berühren nun strengstens verboten ist.

Ich muss Ihnen in diesem Zusammenhang eine kleine Geschichte erzählen:

Hier in Magdeburg gibt es einen kleinen Naturteich, der so lange ich denken kann immer als der beste Futterteich bekannt war. Nach der Wende wurde er irgendwann „Biotop“. Als dann vor einigen Jahren ein 70jähriger Vereinskamerad, der sein ganzes Leben über dort gefangen hatte, dort wieder einmal den Käscher versenkte, wurde er von der Polizei verhaftet und abgeführt. Mittlerweile ist das tolle „Biotop“ am verschwinden, denn das Schilf wächst immer mehr in Richtung Teichmitte und der zunehmenden Verlandung gebietet niemand Einhalt – schließlich ist ja „berühren verboten“. Als Aquarianer dort noch Futter fangen durften, war der Teich intakt, haben doch die Aquarianer selbst dafür gesorgt, dass der Teich in Ordnung blieb, schließlich sollten ja auch noch die Kinder und Enkel dort fangen können.

Unsere lieben Altaquarianer haben stets selbst dafür gesorgt, dass „ihren“ Teichen nichts passierte. Schaue ich mir die Chronik unseres Vereins an, dann lese ich diverse Berichte über Tümpeltouren. Diese Tümpeltouren dienten entweder dem gemeinsamen Futterfang und dessen recht angenehmen Nebenerscheinungen, oder sie dienten der Reinigung der Gewässer. Ich bin nun selbst schon seit 1996 Mitglied des Magdeburger Aquarienvereins, eine solche Tour habe ich aber leider noch nicht erleben dürfen. Warum wohl?

Erstaunlich finde ich, dass man es uns noch nicht verboten hat, die Natur zu fotografieren, könnte man ihr doch schließlich per Gesetz (oder gleich per Grundgesetz?) das Recht auf das eigene Bild einräumen und das Fotografieren der Nektar saugenden Biene ohne deren ausdrückliche schriftliche Genehmigung unter Strafe stellen..

Sie sehen also, man macht es uns nicht leicht. Zum Einen sollen wir unsere Tiere „artgerecht“ halten, also auch füttern, zum Anderen versperrt man uns den Weg zum naturgerechten Futter. Vom Verbot des Verfüttern lebender Wirbeltiere an Heimtiere will ich gar nicht anfangen, schließlich dürfte es kein Problem sein, Ihren Python an eine Bratwurst zu gewöhnen. Aber bitte den Senf nicht vergessen!

Wenn sie nun also wirklich keine Möglichkeit finden, Ihren Aquarientieren Tümpelfutter anzubieten, gibt es einige brauchbare Alternativen. Ob Sie das in kleine Tütchen verpackte Lebensfutter des Zoohandels als Alternative ansehen, überlasse ich Ihnen. Ich verwende es nicht.

Ich meine vielmehr neben den oben bereits erwähnten Futterzucht-Möglichkeiten das Gefrierfutter, das, wenn es gut behandelt wurde, auch einen guten Ersatz darstellt. Aber auch hier gilt: billig ist nicht gleich gut. Merken Sie sich einfach: das Futter sollte wenig Wasser enthalten und die Futtertiere sollten möglichst noch als solche erkennbar sein. Sieht nach dem Auftauen alle sowie Brei aus, sollten Sie den Hersteller wechseln.

Gefrierfutter gibt es in reichhaltiger Auswahl. Als Beispiele will ich nennen:

  • Mückenlarven
  • Wasserflöhe
  • Cyclops
  • Artemia
  • Krill
  • Cyclope eeze

Mit dieser Auswahl haben sie eigentlich alles, was man benötigt. Und für sehr kleine Jungfische und Aquarianer, die kein gutes Händchen für das Erbrüten von Artemia-Nauplien haben, bietet der Handel dekapsulierte Artemia-Zysten an, die von hervorragender Qualität sind.

Sie sehen, Barfen in der Aquaristik ist auch heutzutage nicht schwierig.

Eine weitere Möglichkeit ist das Verfüttern von rohem Fischfleisch, wie Sie es als Filet in jedem Supermarkt finden, oder auch das Verfüttern von Speisegarnelen, im Handel unter den Bezeichnungen „Kaisergranat“, „Tiger-Prawns“, „Shrimps“ o. ä. angeboten. Achten Sie nur darauf, dass auch sie roh sind. Das Fischfleisch oder Garnelenfleisch kann man nach dem Auftauen mit einem scharfen Messer in kleine fischmundgerechte Stückchen schneiden oder in einem Haushaltsmixer klein „schreddern“. Für Malawicichliden können Sie Garnelen mit Schale verwenden und diese Schale mit „schreddern“, denn sie bildet einen natürlichen Ballaststoff insbesondere für die kleintierfressenden Cichliden (Aulonocara, Copadichromis etc.).

Pflanzen fressende Fische und auch Wirbellose freuen sich sehr über gebrühtes Gemüse wie Möhren, süßen Paprika, Zucchini, Salat, Spinat, Kürbis usw. Bei Krebsen und Garnelen ist diese Liste noch unbedingt um Herbstlaub zu erweitern.

Lassen Sie mich abschließend nun noch einen kleinen Rückschwenk zum Trockenfutter machen.

Hier wirbt der Handel oft mit dem Namen „Farbfutter“.

Was halte ich davon?

Die oben gezeigte Liste von Inhaltsstoffen entstammt einem so genannten Farbfutter. Und obwohl ich mich richtig angestrengt habe, konnte ich kaum etwas finden, das irgendwie auf die Farben der Fische wirkt. Das geht auch gar nicht. Wenn Sie Fische schön bunt machen wollen, dann müssen Sie sie anmalen oder mit Autolack spritzen. Die Färbung eines Fischs liegt wie alles in seinen Genen. Ob ein Fisch nun seine volle Färbung zeigt, hängt in erster Linie von seinem Ernährungs- und Gesundheitszustand ab. Fische, die im Aquarium unter ungünstigen Bedingungen gehalten und/oder mangelhaft ernährt werden, werden nie ihre volle Farbenpracht zeigen. Vollwertig ernährte Fische, die unter naturnahen Bedingungen leben, werden es Ihnen mit leuchtenden Farben danken. Hierzu ist aber kein Farbfutter, sondern eine vollwertige Ernährung erforderlich. Lediglich das in den Farbfuttern enthaltene Astaxanthin, einen Stoff aus der Gruppe der Carotinoide, verstärkt die rote Färbung von Fischen und Wirbellosen. Grüne, blaue oder gelbe Fische werden Sie damit nicht farbenfroher bekommen. Carotinoide finden Sie aber in vielerlei Nahrungsmitteln, so z. B. in Karotten (daher der Name), in Tomaten, rotem Paprika, Spirulina oder auch in allen Krebstieren (Artemia).

Wissen Sie nun, was das perfekte Futter ist?

Entscheiden Sie selbst!

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