Cambarus rusticiformis - Fortsetzung

18.12.2008

Nun ist es schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal etwas zu diesem Thema geschrieben habe. Sicherlich haben Sie des Öfteren hier rein geschaut und waren enttäuscht, dass es nicht weiter geht. Aber ärgern Sie sich nicht, ich war auch enttäuscht vom Fortgang der Ereignisse um die „Rustis“, so dass ich einfach keine Lust hatte, weiter zu schreiben.

Ich will nun aber die Ereignisse der Monate seit meinem letzten Eintrag zusammenfassen.

Der vorige Winter war für die Krebse auch der Zeitraum ihrer ersten Kälteperiode und ich hoffte, dass es danach zum ersten Nachwuchs kommen würde. Während des Winters sank die Temperatur im Becken auf 13°C und blieb auch eine recht lange Zeit bei diesem Wert. Die Tiere gingen weiterhin ihrem ganz normalen Leben nach, nur wovon sie in dieser Zeit lebten, war mir nicht so richtig klar. Alles Futter, das ich ihnen anbot, blieb liegen, egal ob sich hierbei um Futtertabletten, Gemüse oder Futterfische handelte. Wahrscheinlich genügte ihnen das Falllaub, das ständig im Becken vorrätig ist. Nachlegen musste ich allerdings während dieser Zeit nie, wie ich es bei den Cherax sp. „Blue Moon“ jede Woche machen muss, die pro Woche zu Fünft eine ganze große Salatschüssel voll Laub vertilgen.

In dieser Zeit bekam ich auch eine E-Mail aus Italien von einem Aquarienfreund, der sich mit dem Namen Matteo vorstellte und der gern Nachwuchstiere von mir haben wollte. Leider konnte ich ihm zu diesem Zeitpunkt nicht helfen und hoffte nun umso mehr, dass sich im Frühjahr Nachwuchs einstellen würde, denn ich empfinde es als eine große Ehre, wenn sogar ausländische Aquarianer von mir Tiere erwerben möchten. Leider hatte nun vor einigen Wochen ein Computervirus zwar keinen sehr großen Schaden angerichtet, aber ich habe mein komplettes Mail-Adressbuch verloren, so dass ich Matteo nicht mal mehr eine Mail Schreiben kann.

Also Matteo, solltest du hier immer noch mitlesen, dann melde dich bitte, damit ich deine Mail-Adresse wieder bekomme!

Als nun im März/April die Temperaturen draußen und im Keller wieder anstiegen, stieg auch die Temperatur im Becken wieder an und ich freute mich auf den nun zu erwartenden Nachwuchs. Alle drei Tiere häuteten sich dann auch kurz hinter einander und ich konnte eine dieser Häutungen auch fotografisch dokumentieren.

Sehen Sie hier das Ergebnis dieser Aktion:

Die erste Phase der Häutung besteht ...

... im Aufbrechen des Panzers.

Dann klappt der Brustpanzer hoch ...

... und das Tier zieht sich langsam heraus.

Der Krebs unmittelbar nach der Häutung.

Die nun leere Haut (Exuvie).

Aber leider ist mir der Aquarianer-Gott auch nicht immer hold, und so musste ich erleben, dass das kleinere meiner beiden Weibchen bereits im Anfangsstadium der Häutung Probleme bekam und sich nicht von ihrem alten Panzer lösen konnte. Nach 18 Stunden Kampf gegen die alte Haut hat sie aufgegeben und ist gestorben. Ich konnte leider nicht eingreifen, denn wie gesagt begannen die Probleme bereits sehr früh, und zwar schon kurz nach dem Aufbrechen des Panzers zwischen Carapax und Pleon und ich musste zusehen, wie mein geliebtes Krebsweibchen in den Krebshimmel aufstieg. Nun habe ich ur noch ein Männchen und ein Weibchen und hoffe, dass es im kommenden Frühjahr Nachwuchs gibt, ansonsten kann ich mich von all meinen Plänen in Sachen Cambarus rusticiformis verabschieden, denn so leicht lassen sich keine guten Nachwuchstiere mehr beschaffen.

Als ich im Sommer diesen Jahres noch auf Nachwuchs hoffte, kam mir eines Tages im Keller so der Gedanke, dass es wohl besser sein würde, für diesen Nachwuchs ein eigenes Aquarium aufzustellen als sie bei den Eltern zu belassen. Und wie der Zufall es so will, stand im Keller grad ein 160-Liter-Aquarium leer herum. Dieses Becken war ursprünglich das Quarantäne-Aquarium im „Zoo-Treff Olvenstedt“, und als Frank Degenhardt mit seinem Geschäft umzog und sein Geschäftskonzept in Richtung „Barfen“ neu entwickelte (Sammys Futterschüssel), gab er mir dieses Becken mit, das ich eigentlich als Ersatzbecken leer stehen lassen wollte. Aber solche Pläne gehen nie gut. Kein wirklicher Aquarianer kann ein Aquarium lange leer stehen lassen, denn ansonsten ist er kein wirklicher Aquarianer.

Also habe ich überlegt, wie diese Idee denn in die Tat umzusetzen wäre. Vorsorglich rief ich Bianca in den Keller und informierte sie über mein Vorhaben und tat so, als würde ich ihr Erlaubnis einholen. Natürlich hätte deren Verweigerung auch nichts an meinem Vorhaben geändert, aber es ist immer wichtig, dem Ehepartner bei diesem Hobby ein gutes Gefühl zu geben. Nichts ist für einen Aquarianer schlimmer als ein Partner, der mit dem Hobby nichts anfangen kann. Das ist ungefähr so als hielte man eine Packung Grillwürstchen in der Hand und stellt fest, dass man keine Holzkohle mehr hat.

Na ja, da Bianca ja auch nicht ganz vom Aquarium-Virus verschont geblieben ist und auch die Gesetzmäßigkeiten in dieser Branche kennt, quittierte sie meine Idee nur mit einem verständig-mitleidigem Lächeln und liefert auch noch den besten Vorschlag für den Stellplatz. Es mussten lediglich zwei Regale versetzt und ein Schrank verschoben werden, und schon war der Platz geschaffen. Schnell waren die richtigen Ytong-Steine für den Unterbau besorgt, zwei Balken und eine Styropor-Platte als Unterlage für das Becken hatte ich noch, und schon stand dem Aufbau nichts mehr im Weg:

Schauen Sie selbst, wie sich das Projekt entwickelte:

Das leere 160er Aquarium - noch steht es im Vorratskeller.

Ytong-Steine sollen als Unterbau dienen.

Erste Vorbereitungen ...

... und Stelltests.

Der Aufbau ist in vollem Gang ...

... und die Steine werden mit Silikon aufeinander geklebt.

Zwei alte, mit Schimmelschutzfarbe gestrichene, Balken dienen als Stellfläche.

Auf die Balken kam eine Styroporplatte.

Das Schneiden der Deckscheiben kostet immer am meisten Angstschweiß.

Da steht es!

Gefiltert wird mit "Hamburger" Matte und einer Kreiselpumpe.

Die Einrichtung kann beginnen.

Wichtig ist nicht die Optik, sondern möglichst viele Versteckmöglichkeiten.

Wasser marsch!

Der endgültige Wasserstand ist erreicht

Wie immer nach solchen Aktionen: Nebel des Grauens.

Da nun aber der erhoffte Nachwuchs ausblieb, dient dieses Becken vorerst der Zwischenhaltung junger Procambarus alleni.

Auf der Duisburger Aquarienmesse diesen Jahres, an der ich dieses Mal nicht nur als Besucher, sondern als Mitaussteller und Standbetreuer für Scalare-online/Aquanet teilnahm, hatte ich natürlich auch wieder Gelegenheit, viele engagierte Aquarienfreunde zu treffen, für deren Freundschaft ich mich an dieser Stelle einmal bedanken möchte. Einer dieser Aquarienfreunde war Friedrich Bitter vom Dähne-Verlag und mit ihm konnte ich mich ausführlich über das Nachwuchsproblem bei den Rustis unterhalten. ER gab mir den Tipp, die Kälteperiode nicht nach der Außenwitterung auszurichten, sondern zu verkürzen und bereits nach Weihnachten die Temperatur wieder über 17°C anzuheben. Diesen Tipp werde ich natürlich umsetzen und die Tage zwischen den Festtagen nutzen, um die entsprechende Stromversorgung für den Heizer zu verlegen. Zwar wird dies dann wohl meinen Stromzähler in etwas hektischere Bewegungen versetzen, aber ich habe die wage Hoffnung, dass dann m Endergebnis eine gute Brut heraus kommen wird und die Interessenten für die Nachwuchstiere mir die finanzielle Last in Sachen Strom etwas mildern werden.

Fortsetzung folgt

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