Buchempfehlungen
Wer seine frühen aquaristischen Jahre in der DDR verbracht hat, der kann sich sicherlich noch erinnern, wie schwierig es war, an ein Aquariumbuch heranzukommen. Wenn man nicht zufällig einen Bekannten oder Freund hatte, der in einer Buchhandlung arbeitete, dann war man förmlich von der Versorgung mit Literatur abgeschnitten. Da half oft nur noch der Gang in die Bibliothek, die in der Regel eine Reihe dieser Bücher vorrätig hatten, wenn sie nicht gerade alle ausgeliehen waren. Hat man aber das Glück gehabt, eins dieser Bücher in die Hand zu bekommen, dann konnte man sicher sein, dort brauchbare Informationen zu erhalten, da diese Bücher meist von namhaften Autoren wie Helmut Stallknecht, Hans Frey oder Günther Sterba verfasst worden sind. Ich selbst war immer auf der Jagd nach diesen Büchern und Dank einer Bekannten in der Bibliothek, konnte ich auch so gut wie alle lesen. Einige dieser interessanten Bücher befinden sich heute noch in meinem Besitz oder in unserer Vereinsbibliothek, die ihren Platz in meinem Keller gefunden hat.

Der Wiedervereinigung sei Dank, hat sich das Bild heute auf dem Literaturmarkt wesentlich verändert. Der Markt ist förmlich überschwemmt mit Aquarienbüchern aller Couleur, und der geneigte Leser weiß oft gar nicht, welches der zahllosen Bücher das richtige für ihn ist.

In den letzten Jahren habe ich mir ab und zu die Mühe gemacht, in den Regalen der Buchhandlungen zu schnüffeln und eine Reihe dieser Bücher zu lesen. Leider musste ich zu der Erkenntnis kommen, dass ein Großteil der Bücher nicht an die Qualität heranreicht, die ich von den Büchern aus der DDR gewohnt bin. Teilweise haben mir die Texte in den Büchern die Tränen in die Augen getrieben, andere wiederum waren voll mit Fotos eines bestimmten Technik-Herstellers, oder, und das ist zur Zeit sehr in Mode, die Bücher waren 1 : 1 aus dem Amerikanischen übersetzt, was dazu führt, dass über viele Dinge geschrieben wird, die auf dem deutschen Markt nicht erhältlich sind und Namen von Fischen z. B. wurden wörtlich übersetzt, was für den deutschen Aquarianer überhaupt keinen Sinn ergibt. So habe ich mich tagelang gefragt, was denn eigentlich ein Katzenfisch ist, bis ich feststellte, dass damit ein Panzerwels gemeint war, der im Englischen "catfish" heißt. Wenn sie also mal in einer Gaststätte für teueres Geld Catfish essen, dann wissen sie jetzt, dass da nur ein gewöhnlicher Wels auf ihrem Teller liegt.

In der Fülle der Bücher habe ich aber auch einige gefunden, die von hervorragender Qualität sind. Diese möchte ich Ihnen auf dieser Seite vorstellen und einige Worte dazu verlieren.

Claus Schaefer
Christel Kasselmann
Andreas Raschke
Das Aquarium von A - Z
Dieses Buch aus dem Ulmer-Verlag sollte zum Standardwerk für jeden Aquarium-Anfänger und auch für den leicht fortgeschrittenen Aquarianer werden. Neben den drei genannten Haupt-Autoren haben auch noch andere namhafte Aquarianer an diesem Werk mitgearbeitet, so z. B. Ingo Seidel und Dr. Andreas Spreinat.

Das Buch besticht besonders durch seinen kompakten Aufbau, seine leicht verständliche und einprägsame Art der Darstellung, die alles umfasst, was der Aquarianer wissen muss. Die Fotos sind sehr gut ausgewählt und man sieht Beispiele unterschiedlicher Hersteller, völlig frei von jeglicher Wertung. Außerdem werden Tipps gegeben, die vielleicht nicht unbedingt händlerfreundlich, aber dafür um so aquarianerfreundlicher sind. Hier werden keine Mythen und Märchen verbreitet, die man dann nur mit Hilfe teurer Chemie und Technik in den Griff bekommen kann, sondern hier wird eine klare Sprache gesprochen. Und auch der Humor kommt in diesem Buch nicht zu kurz, was das Lesen besonders angenehm macht.

Höhepunkt dieses Buchs ist das Tierlexikon mit Kurzbeschreibungen von 255 im Handel erhältlichen Aquarientieren und das Pflanzenlexikon mit 200 Aquarienpflanzen aus der Feder von Christel Kasselmann.

Fazit: Dieses Buch ist seinen Preis in jedem Fall wert und wer es nicht gelesen hat, der hat auf jeden Fall etwas verpasst.

Carsten und Frank Logemann
Garnelenfibel
Das Anfang 2007 im Dähne-Verlag erschienene Buch sollte im Bücherregal keines Garnelenliebhabers fehlen.

Den beiden Autoren ist es gelungen, ihren großen Sachverstand in Sachen Garnelenhaltung und -zucht mittels einer für jedermann verständlichen Sprache, die nicht durch ellenlange wissenschafltiche Vorträge langweilt, in ein sehr übersichtliches Werk zu bannen. Der Leser findet hier aber nicht nur interessante Informationen zum Thema, sondern auch sehr viel Verständnis für die alltäglichen Probleme und Macken von Aquarianern und außerdem noch eine gehörige Portion Humor, die mich während des Lesens immer wieder zum Lachen anregte. Und immer wieder stößt man auf seiner Reise durch das Buch auf Lord Shrimbee, der kleinen Comic-Garnele mit den flotten Sprüchen, der wir auch auf den Internetseiten der beiden Autoren begegnen.

Alles in allem sehr empfehlenswert.

Christel Kasselmann DATZ-Atlas
Aquarienpflanzen
DATZ-Atlas Aquarienpflanzen Der Atlas der Aquarienpflanzen aus dem Ulmer-Verlag ist das umfangreichste Werk über das Thema "Aquarienpflanzen", das mir bekannt ist.

Die ersten 85 Seiten dieses Buchs beschäftigen sich mit allgemeinen Fragen zum lebensraum und den Lebensbedingungen unserer Aquarienpflanzen und geben leicht verständliche Erklärungen zu deren Biologie.

Im Anschluss daran folgt als Hauptteil des Buchs die Beschreibung aller in der Aquaristik bekannten Pflanzen mit Fotos sowie Hinweisen zur Ökologie und Kultur.

Für dieses Buch muss man zwar etwas tiefer in seine Geldbörse fassen, aber das Buch ist auf jeden Fall seinen Preis wert und kann auch dem Laien zu einem guten Stück aquaristischem Botanik-Wissen verhelfen.

Christel Kasselmann Pflanzenaquarien gestalten
Pflanzenaquarien gestalten

Obwohl ich den zu diesem Buch gehörenden Vortrag von Frau Kasselmann schon zweimal erleben durfte, fiel es mir sehr schwer, das Buch mal für eine Weile wegzulegen. Selbst zur Arbeit habe ich es mitgenommen, um in den Pausen und in Bus und Bahn darin lesen zu können. Selbst nach vielen Jahren intensiver Beschäftigung mit der Aquaristik und den zwei Vorträgen, konnte ich diverse neue Aspekte in diesem Buch finden.

Die Autorin spricht in diesem Werk eine klare Sprache, nichts wird beschönigt und die Probleme, an denen viele Aquarien leiden, werden schonungslos angesprochen.

Sehr angenehm fällt auf, dass kein aquaristischer Hersteller bevorzugt wird. Produktempfehlungen werden mit vollem Namen gegeben, so dass sich der Käufer im Angebotsdschungel klar orientieren kann. Außerdem werden Anleitungen gegeben, mit deren Hilfe man durch ein klein wenig Eigenbau eine Menge Geld sparen kann.

Außerdem gibt es in diesem Buch allgemeine Tipps zur Algenbekämpfung sowie zur Einrichtung eines holländischen Pflanzenaquariums. Auch zu den ach so beliebten Amano-Naturaquarien werden einige Worte verloren.

Wem also seine Aquarienpflanzen ebenso am Herzen liegen wie seine Tiere, für den ist dieses Buch ein Muss. Es klingt vielleicht komisch, aber dieses Buch ist für mich der beste aquaristische Ratgeber, den ich bisher auf dem Literaturmarkt gefunden habe.

Ad Konings Atlas der Malawisee-Cichliden
Der 3-bändige Atlas der Malawisee-Cichliden (Abb. zeigt Band 1) aus dem Bede-Verlag ist wohl das umfangreichste Werk zum Thema, das der deutsche Literaturmarkt hergibt.

Nach einem 30 Seiten umfassenden allgemeinen Teil im 1. Band werden sämtliche Cichliden-Arten des Malawisees in Wort und Bild vorgestellt, so dass der Liebhaber schnell eine Orientierung findet, was er denn so alles in seinem Becken zu schwimmen hat und wie diese Arten zu pflegen sind.

Den Abschluss des 2. Bands bildet eine gleichermaßen ausführliche Beschreibung der Arten von Nicht-Cichliden des Sees.

Der 3. Band stellt eine Ergänzung der ersten beiden Bände dahingehend dar, dass neu entdeckte Arten beschrieben sowie Änderungen in der Nomenklatur dargestellt werden.

Der Anschaffungspreis ist zwar nicht von schlechten Eltern, lohnt sich aber allemal. Lassen Sie sich dieses Werk doch einfach von Ihrer Familie zum nächsten Jubiläum schenken.

Fazit: sehr empfehlenswert !

Hans J. Mayland Das Aquarium: So funktioniert's
Auf dieses Buch bin ich eigentlich nur zufällig gestoßen, aber der Name des Autors und die Tatsache, dass dieses Buch vom Dähne-Verlag stammt, hat mich dazu angeregt, es zu lesen.

Ich empfinde dieses Buch als einen sehr empfehlenswerten Ratgeber für den Einsteiger in unser Hobby. Auch wenn es im Kapitel über die Filter etwas herstellerlastig daher kommt, findet man ansonsten so gut wie keine herstellerspezifischen Empfehlungen, sondern wertvolle Tipps für eine gesunde und erfolgreiche Aquaristik. Was besonders auffällt ist, dass keine der üblichen Mythen und Märchen hochgehalten werden, sondern die Aquaristik so dargestellt wird, wie sie ist und sein sollte. Und auch eine ganze Reihe Insider-Tipps sind in diesem Buch zu finden.

Wer also gerade mit dem Hobby anfangen möchte oder noch nicht lange dabei ist, der sollte unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen.

Chris Lukhaup/Reinhard Pekny Krebse im Aquarium
Wer sich in Sachen Aquaristik mit der Haltung und Zucht von wirbellosen Tieren beschäftigt, der weiß, dass Literatur in diesem Zusammenhang noch recht dünn gesät ist. Und da sich die Haltung dieser "Krabbler" kaum mit der Haltung von Fischen vergleichen lässt, steht der Wirbellosenfreund oft wie der berühmte "Ochs vor'm neuen Tor". Bei einer solchen Situation ist es dann oft so, dass irgendwelche Schreiberlinge, die von der Materie kaum etwas verstehen, mit Dollarzeichen in den Augen irgendwelchen unbrauchbaren Kram auf den Markt werfen. Daher freut es mich besonders, dass ich diese Tendenz bei den Wirbellosen bisher nicht erkennen konnte. Dank der Arbeit der beiden Autoren und des Dähne-Verlags ist als erstes Standardwerk über die Haltung und Zucht von Kebsen des Süßwassers dieses Buch erschienen, dass alles umfasst, was man als Einstiegswissen für diese Materie benötigt. Abgerundet wird das Ganze durch die brillianten Fotos, für die Chris Lukhaup in der Branche bekannt ist. Und wer noch weiter in diese Materie einsteigen will, für den gibt es von Chris Lukhaup auch noch das Buch: "Süßwasserkrebse aus aller Welt".

Fazit: Absolut empfehlenswert !

Andreas Spreinat Malawisee-Buntbarsche (Teile 1 und 2)
Malawisee-Buntbarsche Leider muss ich zugeben, dass ich diese beiden Bücher von Dr. Andreas Spreinat viel zu spät gekauft und natürlich auch viel zu spät gelesen habe. Für jemanden, der sich schon so lange und so intensiv mit der Haltung und Zucht dieser Buntbarsche beschätigt, wie mich, ist das eigentlich eine Schande. Dafür haben mich diese beiden Bände aber auch derart gefesselt, dass sie im Urlaub 2007 beide an einem Tag durchgelesen habe.

Im Vergleich zu einigen anderen Büchern, die sich mit dem Thema Malawisee und und seine Cichliden beschäftigen, hat der Autor bei diesen beiden, im Dähne-Verlag erschienen Büchern das Kunststück vollbracht, auf relatv geringem Raum eine Fülle von höchst interessanten Informationen zusammen zu stellen, die einen beim Lesen einfach fesselt. Hier werden nicht nur die oft üblichen Standard-Tipps gegeben und die oft üblichen Klischees bedient, die sich im lauf der Zeit in Sachen Malawisee-Cichliden eingebürgert haben, sondern man bokommt einen realistischen Eindruck über das Leben im See und der schönen Buntbarsche. Der Autor nimmt auch kein Blatt vor den Mund, klar und deutlich zu sagen, wo oft die Probleme liegen und besonders viele und interessante Informationen erhält man oft in den Nebensätzen, wenn man den Text aufmerksam liest.

Malawisee-Buntbarsche Der erste Band dieses Werks beschäftigt sich hauptsächlich mit den Fragen der Haltung und Zucht unter Aquairenbedingungen, der zweite Band beschreibt eine Reihe von Gattungen und Arten aus einem Blickwinkel, wie er auch mir neu war und zeigt in eindruckvoller Weise, unter welchen Bedingungen sie im See leben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Werk in jeden Bücherschrank eines Aquarianers gehört, der sich ernsthaft mit diesen Tieren beschäftigen möchte.

Ich persönlich kann nur hoffen, dass man noch oft etwas aus der Feder dieses Autors lesen wird.

Fazit:

Absolut empfehlenswert !

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