Fortsetzung 1

Mittlerweile sind die Wachstumsunterschiede noch viel größer und betragen weit über 100 %. Das größte Tier dürfte die 5 cm-Grenze schon bequem überschritten haben. Fast täglich sieht man nun auch Exuvien im Becken liegen, die aber sehr schnell von den Jungtieren gefressen werden. Allerdings sieht man die Jungtiere selten, da sie sich meistens unter der Laubdecke verbergen, die wir so langsam der Größe der Jungtiere entsprechend ebenfalls vergrößern. Außerdem sind die Jungtiere ständig am Graben. Unter jedem Stein und jeder Steinplatte finden sich etliche kleine Höhlen, aus denen man öfter Fühler herausschauen sieht. Einige Steine haben wir sicherheitshalber entfernt, da sie nicht genug Auflagefläche hatten und den Jungen auf den Kopf zu fallen drohten.

Verluste durch Kannibalismus konnten wir bisher nicht feststellen, es hat bisher nur ein paar verlorene Scheren gegeben, was aber wohl weniger durch Kämpfereien als vielmehr durch Häutungsprobleme verursacht sein dürfte, da wir in einigen Exuvien abgetrennte Scheren finden konnten.

22.04.2007

Da der Wachstumsunterschied der Jungtiere mit jeder Woche, die vergeht, immer extremer wird, haben wir und heute entschlossen, die größten Jungtiere in das Becken zu den Eltern umzusetzen, um so den kleineren mehr Freiraum und einen besseren Zugang zum Futter zu gewährleisten. Wir wissen zwar noch nicht, ob diese Wachstumsunterschiede irgendwelche Folgen nach sich ziehen können, aber man kann ja nie wissen. Ich meine, diese Wachstumsunterschiede haben auch einen Vorteil: Fische werden oft ziemlich gleichmäßig groß, so dass man irgendwann keinen Platz mehr hat und zusehen muss, dass man sie baldmöglichst los wird. Hier dürfte das dann wohl anders sein und man hat mehr Zeit, die Tiere nach und nach abzugeben.

Zum Start dieser Aktion hatten wir uns entschlossen, erstmal in beiden Becken Wasser zu wechseln, da der Temperaturunterschied etwa 2 Grad betrug und durch die im Jungkrebsbecken anwesenden Heros und die damit höhere Wasserbelastung eine unterschiedliche Wasserqualität vorliegen dürfte. Nach dem Wechsel hatten wir im Alt-Becken 21 Grad und im Jung-Becken 20 Grad.

Als nächstes wurde das Laub aus dem Jung-Becken heraus gesammelt, da die Krebse natürlich alle irgendwo darunter waren. Sofort ging ein wildes Rumgeschwimme los. Auch der Filter musste raus, da unter der Patrone mittlerweile ein Sammelplatz entstanden war. Nun konnten wir die größeren Krebse sehen. Wir stellten 2 Plastikschalen bereit, nahmen einen mittleren Käscher und dann ging es zu Zweit ans Werk. Insgesamt holten wir 5 der größten Jungtiere aus dem Becken. Bei einem dieser Jungtiere waren mehrere Heros mit ins Netz geraten, so dass wir nun vor der Frage standen, wie wir beide Arten wieder trennen. Da die Heros noch zu klein sind, um sie mit der Hand zu greifen, entschloss ich mich, den Krebs in die Hand zu nehmen, verbunden mit der Warnung an ihn, bitte die Scheren still zu halten. In den ersten Sekunden erhöhte sich meine Herzfrequenz deutlich, aber schau, der kleine Krebs tat mir nichts.

Als wir die 5 Tiere in den Schalen hatten, ging es ans Vermessen. Wir ermittelten Größen zwischen 5 cm und 7 cm. Dann war noch Fototermin.

Dann kam uns der wagemutige Gedanke zu versuchen, die Geschlechter zu ermitteln. Wir setzten uns auf den Fußboden, die Schalen zwischen uns, und Bianca musste nun die Tiere in die Hand nehmen und umdrehen. Wir fingen mit dem größten an. Als Bianca ihn in der Hand hielt, näherte ich mich ihm mit einer Lupe und ..... , er schlug so heftig mit dem Schwanz, dass ich einen Tropfen ins rechte Auge bekam und erstmal eine Pause einlegen musste. Dann gelang mir aber ein Blick unter den Bauch des Tieres und ich konnte es eindeutig als Weibchen identifizieren. Zwei weitere Tiere konnte ich jeweils als ein Männchen und ein Weibchen einstufen, bei den beiden letzten bin ich mir noch nicht sicher. Eines Tages wird aber wohl die Blase an der Scherenseite der Männchen erscheinen, so dass diese abenteuerlichen Aktionen nicht mehr notwendig sind.

Da sich eins der Jungtiere sehr weich anfühlte und wir beim Fangen auch eine Exuvie gefunden hatten, entschlossen wir uns, dieses Tier noch nicht zu den Eltern zu setzen. So wanderte also 4 Jungtiere in das Elternbecken.

Nun kam der spannende Moment, was passieren würde, wenn sie im Becken bei den Eltern ankommen. Zwei der Jungtiere steuerten schnurstracks in die Höhle der Eltern. Ohje, unsere Haare stellten sich langsam steil zur Decke auf. Aber nein, es kam nicht zum befürchteten Angriff, sondern die Eltern tolerierten die Jungen problemlos. Nun bleibt abzuwarten, wie es weiter geht.

Eine Erkenntnis bleibt aber mit Sicherheit nach dieser Aktion: die Aussage von Lutz Döring, dass die Wachstumsunterschiede in der Regel nichts mit dem Geschlecht zu tun haben, trifft auch auf diese Krebsart zu.

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4 Jungtiere in einer Plastikschale

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Die Jungtiere in Großaufnahme

Das größte, als Weibchen identifizierte Jungtier mit
einer Größe von 7 cm

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Die 4 Jungtiere, die ins Elternbecken sollen

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Nochmal die 4 mit Biancas Finger zum Größenvergleich

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Hier setzt Bianca die Jungtiere ins Elternbecken

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Das Ganze nochmal aus der Nähe

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Sofort werden Verstecke aufgesucht

15.05.2007

Ich muss zugeben, dass ich zur Zeit etwas ratlos bin.

Das Weibchen hat vor ungefähr 2 Wochen eine Veränderung in ihrem Verhalten erkennen lassen. Ab und zu hat sie das Männchen aus der Höhle vertrieben und den hinteren Teil der Höhle weiter ausgegraben. Außerdem hat sie ihr Pleon immer wieder in diesen hinteren Teil der Höhle hinein gesteckt. Ein Blick auf den Kalender verriet mir dann, dass die 9 Wochen Brutzeit verstrichen waren. Leider war es mir aber nicht möglich, einen Blick unter den Schwanz zu werfen, weil das Weibchen nicht wie bei der ersten Brut aus der Höhle raus kam. Erst einige Tage später konnte ich sehen, dass keine Jungtiere mehr an ihren Schwimmbeinen hingen. Leider konnte ich aber auch keine Jungtiere im Becken finden. Ich zweifelte daran, dass sie überhaupt gebrütet hatte, aber Sascha meinte, er habe einmal eindeutig Jungtiere unter dem Pleon hängen sehen. Was nun ?

Wenn ich so an die erste Brut zurückdenke, dann hatte das Weibchen auch damals vor dem Entlassen der Jungen eine Höhle gegraben, die es bis dahin nicht gab, und zwar unter der Filtermatte. Auch damals waren die Jungen in den ersten Wochen nicht zu sehen, lediglich das eine Jungtier, dass sich direkt an der Frontscheibe unter der Matte niedergelassen hatte. Ich möchte mich an dieser Stelle zu der Theorie hinreißen lassen, dass das Weibchen diese Höhle damals extra für die Jungtiere ausgehoben hat. Wenn diese Theorie so richtig sein sollte und dieses Höhle graben ein typisches Verhalten darstellen sollte, dann könnte es sein, dass es auch dieses Mal so war und sich die Jungtiere nun im hinteren, für mich nicht einsehbaren Teil der Höhle aufhalten. Ich hoffe, dass hier nicht nur der Wunsch der Vater des Gedanken ist, da ich vor 2 Tagen beim Blick in die Höhle den Eindruck hatte, als sei etwas Kleines aus dem Lichtkegel der Taschenlampe weggehuscht. Ich kann auf jeden Fall sehen, dass das Weibchen ständig diesen hinteren Teil der Höhle mit ihrem Körper zu decken scheint und auch das Männchen wieder in der Höhle geduldet wird. Ob dies nun eine Art Brutpflegeverhalten darstellt, wird in weiteren Beobachtungen zu klären sein.

Die 4 vor einiger Zeit in das Elternbecken überführten Jungtiere haben sich sehr gut eingelebt. Jedes Tier hat sich eine eigene Höhle gesucht und sie werden von den Eltern kaum beachtet, selbst wenn sie ihnen sehr dicht "auf die Pelle rücken". Nun warte ich darauf, dass das größte Jungtier, das ich ja als Weibchen identifiziert hatte und das nach einer Häutung nun schon wieder ein Stück größer ist, als bei der Umsetzung, irgendwann Laich trägt, um eine ungefähre Aussagen darüber machen zu können, wann bei dieser Art mit der Geschlechtsreife zu rechnen ist.

In der letzten Woche haben wir uns dann auch dafür entschieden, die noch im Becken im Zuchtkeller verbliebenen ca. 20 Jungtiere zu sortieren und die 10 kleinsten, die erst eine Größe von 3 - 4 cm haben, in ein 25-Liter-Becken zu setzen, wo wir sie gezielt und ohne Nahrungskonkurrenz füttern können. Fototermin war bei dieser Gelegenheit auch gleich.

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10 Jungtiere in der Schüssel

Großaufnahme

26.05.2007

Am letzten Wochenende sind die ersten beiden Jungtiere, die wir mit einer neu erworbenen beleuchteten Lupe leicht als Pärchen identifizieren konnten, nach Kassel gegangen.

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Das junge Männchen, im Moment leider nur mit einer Schere, in seiner Transport-Box.

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Das junge Weibchen.

Bei dem Elternpärchen wird meine Verwirrung immer größer. Trotz täglicher mehrfacher Suche kann ich, so sehr ich mich auch anstrenge, keine Jungtiere finden. So langsam kommt mir der Verdacht, dass das Weibchen gar nicht gebrütet hat, zumal das Verhalten der Elterntiere auch nicht mit dem bei der ersten Brut beobachteten Verhalten vergleichbar war.

Vor 3 Tagen nun sind die Elterntiere aus ihrer bisherigen Wohnhöhle ausgezogen und gemeinsam in einen Blumentopf eingezogen, wo sie dicht aneinander gedrängt saßen. Als ich heute Morgen wieder nach dem Rechten sah, saß das Männchen nur noch allein in diesem Topf. Das Weibchen hat sich im zweiten Topf eine Grube gegraben und liegt dort drin mit völlig eingeklapptem Abdomen auf der Seite. Dieses Verhalten entspricht nun wieder dem, das ich beim ersten Ablaichen und der ersten Brut beobachtet habe. Ich denke, dass es dieses Mal wohl zu einer erneuten Brut kommen wird. Ob in der großen Höhle vielleicht doch noch Jungtiere auftauchen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Die vor einiger Zeit in das Becken der Eltern umgesetzten Jungtiere haben sich jeder eine Höhle gesucht, in der sie nun den ganzen Tag verbringen. Das größte Jungtier, ein Weibchen, hat sich bereits völlig in einer Höhle "eingemauert".

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Das alte Weibchen, auf der Seite liegend, in ihrem Blumentopf.

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Das alte Männchen in seinem Blumentopf.

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Die "zugemauerte" Höhle des jungen Weibchens.

02.07.2007

Die letzten Wochen verliefen recht ruhig. Jungtiere konnten wir leider trotz intensiver Suche nicht finden, also lasse ich mich mal zu der Aussage hinreißen, dass dieser Versuch wohl missglückt ist. Allerdings konnte ich bei dem alten Weibchen einige Tage nach meiner letzten Fortsetzung einen Blick "unter das Röckchen" werfen, und siehe da, da klebte wieder eine ganze Menge Eier. Also - nächster Versuch. Einige Tage lang konnte sich das Weibchen nicht entscheiden, wo sie denn nun wohnen wollte. Sie ist immer mal wieder durch die Gegend gezogen und hat verschiedene Höhlen ausprobiert. Letztendlich ist sie dann aber wieder in ihre alte Höhle zurück gezogen und wohnt dort nun wieder seit einigen Wochen mit dem Männchen zusammen. Das Männchen ist auch hin und wieder mal zu sehen, das Weibchen hält sich aber ständig in der Höhle versteckt.

Das junge Weibchen hat sich heute wieder einmal gehäutet. Es ist immer wieder erstaunlich, welchen Größensprung die Tiere bei einer Häutung hinlegen. Sie lebt zwar ebenfalls sehr versteckt, immer noch in der oben gezeigten Höhle, aber da im Moment etwas weniger Laub im Becken ist, konnte ich sehen, dass es wohl nur noch einer Häutung bedarf, bis sie die Größe ihrer Mutter erreicht hat. Noch erstaunlicher finde ich, dass es immer noch einige Tiere aus dieser Brut gibt, die trotz Separierung und guter Fütterung grad mal die 4 cm erreicht haben. Leider musste ich heute auch feststellen, dass eins dieser Jungtiere gestorben ist. Da der Rückenpanzer aufgeplatzt war, vermute ich, dass es Häutungsprobleme gab. Wenn man aber bedenkt, dass es erst das zweite tote Jungtier in 6 Monaten bei einer Gesamtzahl von ca. 25 Tieren ist, dann ist die Ausfallquote noch recht gering.


Die Exuvie des jungen Weibchens nach der heutigen Häutung.

07.07.2007

Manchmal trifft man doch auf Zeichen und Wunder: als ich heute im Lauf des Tages mal ein bisschen mit der Taschenlampe im Becken der Alttiere rumgeleuchtet habe, einfach um mal zu sehen, wo sich die 4 Jungtiere aufhalten, saß plötzlich ein ca. 2 cm großer Jungkrebs im Lichtkegel. Ich war so überrascht, dass ich fast mit der Stirn gegen die Aquarienscheibe "geklopft" hätte. Und nur wenige Sekunden später konnte ich noch ein zweites ebenso großes Jungtier entdecken. Nun bleibt die Frage, wie viele sind es wirklich, wie viele stecken noch in irgendwelchen Ritzen und Spalten oder im Kies?

14.07.2007

Vor zwei Tagen ist das alte Weibchen wieder einmal aus der gemeinsamen Höhle ausgezogen und in den rechten Blumentopf umgezogen. So wie es aussieht, soll das wohl jetzt von Dauer sein, da sie nun auch angefangen hat, den Eingang wieder mit Laub zu verbarrikadieren. Als sie vor 2 Tagen noch ungeschützt im Topf saß und noch dazu ihr Pleon vollständig aufgeklappt hatte, konnte ich die kleinen Larven hängen sehen. Außerdem konnte ich sie dabei beobachten, wie sie mit ihren hinteren Schreitbeinen in dem Larvenhaufen rumgewühlt hat. Als plötzlich eine Larve runterfiel, habe ich erstmal einen ordentlichen Schreck bekommen, aber das bin ich ja bei dieser Krebsart schon Anfang an gewöhnt. Nach einer kleinen Weile lag die Larve auch nicht mehr auf dem Höhlenboden, also vermute ich, dass sie sie wieder zu den anderen an die Schwimmbeine geklebt hat. Ein Foto ist mir auch gelungen, so dass man die Larven hängen sehen kann. Das Foto ist zwar nicht preisverdächtig, aber wenn man gut hinschaut, dann kann man die Larven erkennen. Außerdem ist mir noch ein Foto von einem der kleinen Jungkrebse, die ich vor einigen Tagen entdeckt habe, gelungen.

Blue Moon

Das alte Weibchen zieht Laub in den Höhleneingang.

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Bei genauem Hinschauen sieht man die Larven unter dem Pleon.

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Das junge Weibchen in ihrer Höhle.

Blue Moon

Hier sieht man ein 2 cm großes Jungtier in seiner "Felsspalte".

16.08.2007

Ich muss sagen, dass mich das alte Weibchen immer wieder auf's Neue überrascht. Da hatte ich gedacht, dass ich bei meinen Beobachtungen der ersten Brut ihre Verhaltensweisen in ihrer vollen Breite erfasst hatte, aber dem ist wohl doch nicht so gewesen.

Vor etwa 3 Wochen waren die während der ersten Brut beobachteten 9 Wochen Tragzeit um. Das Weibchen war zu diesem Zeitpunkt, wie oben bereits erwähnt, aus der mit dem Männchen geteilten Wohnhöhle ausgezogen und ich war voller Hoffnung, dass nun bald das bekannte "Absetzen" der Jungtiere folgen würde. Aber nein, das Weibchen blieb in der Höhle sitzen, klappte oft ihren Schwanz auf, so dass ich die an den Schwimmbeinen hängenden Jungtiere gut sehen konnte, und wedelte mit ihnen ein wenig hin und her. So ging es Tag für Tag. Jeden Tag schaute ich voller Spannung nach, aber immer wieder das gleiche Bild. So ging es ganze 3 Wochen, ohne dass sich etwas veränderte.

In dieser Zeit haben wir dann auch mal versucht, die zwei kleinen Krebse aus der 2. Brut aus dem Becken zu nehmen und in einem 25-Liter-Becken gesondert aufzuziehen. Wir waren der Meinung, dass das ja wohl nicht so schwer sein könne, denn in einem so kleinen Krebs steckt ja nur ein noch viel kleineres Gehirn, also sollten wir ihm wohl haushoch überlegen sein. Aber weit gefehlt. Einer der kleinen Racker entzog sich derart geschickt unseren Fangversuchen, indem er sich dicht an das Steinholz gedrängt, wo wir mit dem Käscher nicht richtig ran kamen, in die Höhle des alten Männchen zurückzog, dass wir nach einigen Fehlversuchen aufgaben. Mit der bloßen Hand in der Höhle rumzufummeln, in der das alte Männchen saß, war uns dann doch zu riskant. Wer möchte schon gern die gewaltige Schere eines ausgewachsenen "Blue Moon" am Finger haben. Also blieb einer der beiden Kleinen im Becken bei den Eltern und seinen 4 großen Geschwistern.

Vor drei Tagen nun änderte sich die Situation dramatisch. Ich leuchtete wie jeden Tag mit der Taschenlampe in den Blumentopf des Weibchens hinein, da sah ich, dass das Weibchen recht hochbeinig stand und dass auf dem Boden zwischen ihren Beinen mehrere kleine Krebschen rumliefen. Nach einiger Zeit, wenn sie wohl genug hatten, liefen sie wieder zur Mutter und hängten sich wieder zu ihren Geschwistern an die Schwimmbeine der Mutter. Dieses Verhalten ist völlig anders als das während der ersten Brut, wo das Weibchen nach 9 Wochen innerhalb von 2 Tagen alle Jungen abgestoßen hatte. Worin die Ursache für diese Verhaltenänderung liegt, kann ich nur spekulieren. Vielleicht war die erste Brut auch die erste Brut für sie und ihr Pflegeinstinkt war noch nicht voll entwickelt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie bei der ersten Brut allein im Becken war und ihre Jungen nicht bedroht sah.

Cherax Blue Moon

Auf diesem Foto kann man deutlich die Jungkrebse an der Mutter hängen sehen.

Cherax Blue Moon

Im roten Kreis sieht man ein Jungtier auf dem Boden herum laufen.

Heute nun konnte ich sehen, dass einige der Jungtiere nicht nur bei der Mutter im Blumentopf, sondern im gesamten Becken verteilt herum liefen. Ein Foto ist mir bisher davon nicht gelungen, denn sie sind meist nur für wenige Augenblicke sichtbar , um dann wieder unter einem Laubblatt oder in irgendeiner Spalte zu verschwinden.

Was ich allerdings gut fotografieren konnte, ist das im Becken verbliebene Jungtier aus der 2. Brut kurz nach der Häutung:

Jungtier mit Exuvie

24.08.2007

Mittlerweile haben alle Jungtiere die Mutter verlassen und wuseln überall im Becken herum. Ab und zu kann man das eine oder andere Jungtier sehen und heute ist mir sogar ein Foto davon gelungen:

Cherax Blue Moon

Unter dem Laubblatt kann man zwei Jungtiere erkennen,
bei denen sich sogar schon ein klein Wenig die blaue Färbung zeigt.

Fortsetzung

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