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Die wissenschaftlichen Namen der Fische
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Oft hört man im Gespräch mit jungen, aber auch mit erfahreneren Aquarianern Bemerkungen wie „Diese komplizierten lateinischen Namen, damit komm ich überhaupt nicht klar“ oder „Wozu braucht man die überhaupt, es gibt doch auch deutsche Namen“. Ich will hier einmal versuchen, hoffentlich für jeden verständlich, ein wenig Licht in das Dunkel dieser Namen zu bringen. Die „lateinischen“ Namen der Tiere sind im eigentlichen Sinn keine lateinischen, sondern wissenschaftliche Namen, lediglich ihre Schreibweise und Grammatik sind an das Lateinische angelehnt. Der Vorteil dieser wissenschaftlichen Namen ist es, dass sie internationale Gültigkeit haben und man somit weltweit in der Lage ist, sich über das richtige Tier zu verständigen. Viele unserer Aquarienfische besitzen selbstverständlich auch deutsche Namen, sog. Handelsnamen oder Populärnamen. Diese werden aber nicht einheitlich verwendet und das erschwert die Verständigung enorm. Auch beim Erwerb von Fischen kann es zu unangenehmen Verwechselungen kommen. Hinzu kommt, dass viele unserer Aquarienfische keinen deutschen Namen besitzen. Hier zwei Beispiele: Zebrabuntbarsch unter diesem Namen sind sowohl der aus Mittelamerika stammende Cryptoheros nigrofasciatus (auch als Grünflossenbuntbarsch bezeichnet) als auch die beiden Arten des ostafrikanischen Malawisees Maylandia zebra und Maylandia estherae bekannt. Feenbarsch oder Feenbuntbarsch hierunter werden im Fachhandel der aus dem Malawisee stammende Aulonocara jacobfreibergi und der aus dem Tanganjikasee stammende Neolamprologus brichardi (auch Prinzessin von Burundi) angeboten. Man sieht an diesen Beispielen deutlich, dass es von entscheidender Bedeutung gerade für den Einsteiger sein kann, sich mit den wissenschaftlichen Namen zu beschäftigen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Wie geht das nun ?Sämtliche Lebewesen der Erde sind in ein Ordnungssystem eingeteilt, das sie in Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung und Art aufteilt. Für uns Aquarianer sind von besonderem Interesse die Gattung und die Art. Wird ein Tierart neu entdeckt, dann wird sie vom Entdecker selbst oder einem entsprechenden Wissenschaftler beschrieben und sie erhält ihren wissenschaftlichen Namen. Dieser wissenschaftliche Name baut auf der binominalen Nomenklatur auf, die von Carl von Linnè 1758 aufgestellt wurde. Die wissenschaftlichen Namen bestehen stets aus zwei Namen (binominal) und setzen sich aus dem Gattungsnamen und dem Artnamen zusammen, wobei der erste der Gattungsname und der zweite der Artname ist. Beispiel: deutscher Name: Guppy Gattungsname: Poecilia Artname: reticulata Zu beachten ist hierbei, dass der Gattungsname immer groß und der Artname immer klein geschrieben werden. In der Literatur werden die wissenschaftlichen Namen stets kursiv geschrieben. Hinter dem Artnamen wird dann der Name des Erstbeschreibers und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Steht der Name in Klammern, so bedeutet dies, dass der Name nach der Erstbeschreibung geändert wurde: Beispiel: Paracheirodon innesi (Myers, 1936) Häufig werden diese Namen durch Abkürzungen ergänzt: - cf. = conform = vergleichbar Corydoras cf. narcissus ist somit ein Panzerwels, der mit dem eigentlichen Corydoras narcissus vergleichbar ist, von ihm jedoch in einigen wenigen Merkmalen abweicht. - sp. oder spec. = Species Aulonocara sp. - Eureka - ist ein Cichlide (Buntbarsch) aus dem Malawisee, der zur Gattung Aulonocara gehört, ein Artname aber (noch) nicht vorhanden ist. Der Zusatz - Eureka stellt hierbei eine Art Handelsbezeichnung dar. Oft wird anstelle dieser Handelsbezeichnung auch der Fundort angegeben, wie z. B. Labidochromis sp. „Mbamba bay“. Eine Fundortangabe erhalten auch oft Tiere, die zwar zur selben Art gehören, aber aufgrund ihrer weiträumigen Verbreitung verschiedene Farbvarianten, sog. Standortvarianten ausgebildet haben, so z. B. bei Maylandia heteropictus „Chizumulu“. - aff. = affin = ähnlich Das bekanntste Beispiel hierfür ist wohl der in vielen Aquarien gepflegte „Blaue Antennenwels“ Ancistrus spec. aff. dolichopterus. Der Zusatz „aff.“ ist bei diesem Beispiel daher erforderlich, weil die in den Aquarien gepflegte Art zwar zur Gattung Ancistrus gehört und der Art dolichopterus sehr ähnlich sieht, mit ihr aber nicht identisch ist. Wahrscheinlich handelt es sich bei der im Aquarium gepflegten Art um einen Hybriden, der unter der Beteiligung von Ancistrus dolichopterus entstanden ist. Ich glaube, dass an dieser kurzen Abhandlung deutlich wird, wie wichtig die Kenntnis der wissenschaftlichen Namen zur exakten Bezeichnung unserer Aquarienfische ist. Dieser Beitrag wurde von mir zuerst in der Aqua-FAQ des Aquarium-Forum veröffentlicht. Eine ausführlichere Abhandlung dieses Themas finden Sie auf der Seite von Dennis Furmanek KLICK . |
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